Leistungen der privaten Krankenversicherung

Natürlich unterscheiden sich die Leistungen von Versicherung zu Versicherung und von Tarif zu Tarif. Trotzdem können über die allgemeinen Leitungsmerkmale privater Krankenversicherungen in Deutschland und in den USA einige allgemeine Aussagen getroffen werden – es gibt nämlich durchaus einige Unterschiede.

Deutschland

Während gesetzlich Versicherten Leistungen gemäß einem nicht gerade umfangreichen Leistungskatalog zustehen, haben es privat Versicherte besser: Sie können ihre Versicherungsleistungen individuell an ihre Wünsche und Bedürfnisse anpassen. Während der eine großen Wert auf eine perfekte Zahnersatz-Regelung legt, ist dem anderen eine Übernahme der Kosten von Heilpraktikern wichtig. Eine gesetzliche Vorschrift, was abgesichert sein muss, existiert nicht. Der Einzelne kann absichern, was er möchte, für den Rest muss er nicht zahlen. Die Leistungen werden individuell vertraglich vereinbart. Der Gesetzgeber kann darin in keinem Fall eingreifen.

Der Umfang des Versicherungsschutzes ist in großem Maße davon abhängig, was der Versicherte jeden Monat in seine Krankenversicherung investieren kann oder will. Anreiz-Systeme existieren insofern, dass Versicherte, die ihre Krankenversicherung über einen bestimmten Zeitraum nicht in Anspruch nehmen, häufig einen Teil ihrer geleisteten Beiträge zurück erhalten.

Bei der Abrechnung greift das Kostenerstattungsprinzip: Der Versicherte muss zunächst in Vorleistung gehen und erhält die verauslagten Kosten ganz oder teilweise von seiner Versicherung zurück erstattet. Bei der Berechnung der Leistung orientieren sich die Ärzte an der sogenannten Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

USA

In Sachen Abrechnung gleich sich das deutsche und das US-amerikanische System: Auch in den USA herrscht das Prinzip der Kostenerstattung. Mit jedem Arzt wird im Fall einer Behandlung ein Vertrag geschlossen, der Patient erhält die Rechnung. Die Ärzte orientieren sich meist an den Empfehlungen der regionalen Ärztegesellschaften. Patienten zahlen den Rechnungsbetrag nicht selbst, sondern reichen die Rechnung am ihre Versicherung weiter.

Der Leistungsumfang an sich ist bei einer privaten Krankenversicherung in den USA nicht ganz vergleichbar mit ihrem deutschen Pendant: Eingeschlossen sind meist ambulante und stationäre Behandlungen, Prävention und ein Teil der Zahnbehandlungen. Wer mehr will, beispielsweise eine hohe Erstattung von Zahnarztkosten, muss eine Zusatzversicherung abschließen. Da Zahnarztkosten in den USA extreme Höhen erreichen können, empfiehlt sich in jedem Fall eine Zusatzabsicherung. Schlecht sieht es aus, wenn langwierige Erkrankungen diagnostiziert werden: Diese sind im Regelfall sehr schlecht abgesichert. Wer eine Absicherung gegen bestimmte Krankheiten wünscht, muss eine Zusatzversicherung abschließen. Während es in Deutschland gegen Aufpreis möglich ist, ein Krankenhaustagegeld oder eine Einkommensersatzzahlung zu erhalten, ist diese Option in amerikanischen Policen häufig nicht vorgesehen.