Krankenversicherung in den USA

In den USA herrscht ein gänzlich anderes Sozialversicherungssystem: Das Prinzip der Pflichtversicherung ist im Gesundheitssektor nicht nur unbekannt, sondern bis dato auch weitgehend unerwünscht. In den Genuss einer öffentlichen Gesundheitsversorgung (die häufig jedoch nicht ausreicht) kommen lediglich einige wenige Sonderfälle. Das Gesundheitssystem ist wettbewerblich geprägt und wird im Großen und Ganzen von privatwirtschaftlichen Versicherungskonzernen gestaltet. Der Staat greift maximal punktuell regulierend ein, wenn Missstände überhand nehmen.

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird hauptsächlich durch die Programme Medicare und Medicaid gewährleistet. Von ihnen profitieren i.A. einkommensschwache, minderjährige, hilfsbedürftige, chronisch kranke oder invalide Menschen. Sie sorgen für eine wenn auch kaum ausreichende Grundversorgung Hilfebedürftiger. Ein Großteil der Amerikaner ist dagegen privat krankenversichert. Die meisten sind über eine Arbeitgeber-Gruppenversicherung und zusätzliche private Policen abgesichert. Das große Problem hier: Verliert man seinen Job, verliert man zeitgleich auch seine Krankenversicherung, sofern man nicht sofort einen neuen Job mit Krankenversicherung findet. Da insbesondere Kosten bei langwierigen Erkrankungen und für Zahnarztbehandlungen meist nicht in ausreichender Höhe übernommen werden, sind viele Amerikaner zum Abschluss von mindestens einer privaten Zusatzversicherung förmlich gezwungen, wenn ein Arztbesuch sie nicht ruinieren soll – das amerikanische Gesundheitssystem ist das teuerste der Welt.

Die wenigsten Amerikaner verfügen über eine Kranken-Individualversicherung wie sie in Deutschland bei der privaten Krankenversicherung üblich ist. Sie wäre schlichtweg zu teuer für ein Gros der Bevölkerung. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es darüber hinaus in punkto Krankenversicherung gibt, erfahren Sie im Folgenden.